UPC eSport weeks?

Das Thema eSports und Streaming wächst und wächst. Auch im Jahr 2016 scheint die Grenze nach Oben noch nicht erreicht zu sein. In eben diesem Moment, sind auf Twitch über 500‘000 Zuschauer und schauen sich auf über 11‘000 Kanälen Gaming Streams an (Zahlen von gamoloco.com). Auch die Preisgelder der eSports Turniere steigen stetig weiter nach Oben. Preisgelder von 1 Million und mehr sind keine Seltenheit mehr. Jeder möchte von diesem Kuchen ein Stück haben, doch wie sollte man das Ganze den nun vermarkten um noch mehr Zuschauer zu akquirieren, und vor allem wie sollte man diese Zahlen nutzen um weiter an der Akzeptanz in der Gesellschaft zu arbeiten?

Die Schweiz ist bekanntlich ein kleiner Fisch im Gaming und eSports Business. Es gibt wenige Professionelle Spieler die vom Gaming in der Schweiz leben können, und auch die Schweizer Turniere halten sich in Grenzen. Wer als Schweizer erfolgreich sein will, muss sich fast gezwungenermassen im Ausland orientieren. Aber es gibt einen Lichtblick am Ende des Tunnels. Denn die Schweiz scheint zu erwachen.

upc_logoIn den letzten Wochen, erschienen immer wieder Artikel über das Online Gaming und den Professionellen Teil in Print Medien wie 20 Minuten und auch deren Online Ableger. Und seit letzter Woche laufen die „UPC eSport Weeks“. Während 6 Wochen wird jede Woche ein anderer Twitch Streamer vorgestellt und gefeatured. Schaut man sich die Streamer an sieht man aber dass die wenigsten aus meiner Sicht Kompetitive Spieler sind. Nun stellt sich natürlich die Frage, was ist eSports denn überhaupt? Ab welchem Punkt betreibt man eSport, wann ist man kein Casual Gamer ein Hobby Zocker mehr? Über dieses Thema kann man Stunden lang debattieren. Für mich persönlich ist klar, eSport sind Turniere, und eSportler sind die Spieler die an diesen Turnieren teilnehmen. Der grosse Rest (und das ist der Grossteil) sind Fans und eben die Casual Gamer, die Freizeit Sportler und Hobby Daddler.

Somit ist für mich eigentlich klar, man hätte diese Serie von UPC anders Bennen können, aber das ist nur meine Ansicht und halb so schlimm. Aus meiner Sicht ist es löblich dass ein Professionelles Gaming Team wie mYinsanity und UPC (ex Cablecom) mit diesen eSport Weeks das Gaming den Schweizern näher bringen möchte. Aber ich hätte einen anderen Weg eingeschlagen.

myi_logoAus meiner Sicht müsste man dem normalen Bürger wie in der damaligen SRF Sportlounge Sendung (Sendung vom 25.04.16) zuerst einmal den Begriff eSport erklären und näher bringen. Solange der normale Bürger nicht weiss was eSport ist, solange bleiben wir die Spieler in deren Augen nach wie vor einfach nur Gamer die vor Ihrem Computer Stunde um Stunde verballern. Die eSport Weeks sind sicherlich ein guter Anfang, aber würde man das Ganze mit einem Buch vergleichen dann würde man mit Kapitel 5 oder 6 beginnen, also mitten drin, statt von Beginn weg. Dass die eSport Weeks aber genauso aufgebaut wurden ist nur logisch, denn dahinter steht eben genau ein solches eSport Team, die Mittendrinn statt nur dabei ist. Und dies ist aus meiner Sicht Falsch.

sesf_logoWarum? Nun ganz einfach, wie oben erklärt hat mYinsanity hier das Ruder übernommen, dies muss man Neidlos anerkennen und Ihnen gratulieren zu diesem (sicherlich nicht einfachen) Schritt, denn die Grund Idee ist Toll und richtig. Aber man hätte hier wohl am besten eine „Aussenstehende“ Organisation wie den Verband (SESF) ins Boot holen sollen. Der Verband ist aus meiner Sicht das Bindeglied zwischen den „Normalos“ und den eSportlern. Ich denke der Verband hätte den Spagat zwischen der Einleitung und Kapitel 6 (im Beispiel des Buches) perfekt hinbekommen. Vielleicht wird nach der Reorganisation des Verbandes im August mehr Gewicht in die Vermarktung unseres Hobbys gelegt, kluge Köpfe gibt es ja wie wir am Meeting in Bern gesehen haben zu genüge. Und dort wurde vor allem eines der ganzen Community mit auf den Weg gegeben. Zusammen sind wir stark! Und genau dies vermisse ich bei den UPC eSport Weeks ein bisschen, aber wie bereits gesagt es ist verständlich, man darf und kann mYinsanity keinen Vorwurf machen, für Sie sind die eSport Weeks richtig, jedoch für den Normal Bürger sind sie nach wie vor zu wenig greifbar, und da muss angesetzt werden…